ADAC dokumentiert legalisiertes Parken auf dem Gehweg.

Seit einem Jahr fällt es mir in Berlin besonders auf. Wird kein passender Parkplatz mehr auf der Straße gefunden, dann muss einfach der Gehweg herhalten. Da wird dann dreist im Weg geparkt oder der Gehweg darf dann auf Kosten der Allgemeinheit regelmäßig repariert werden.

In der aktuellen Ausgabe der ADAC Motorwelt wurde genau das thematisiert. Dort wurde der harte Alltag der Nürnberger Verkehrsüberwacher begleitet. Als „Parkraumüberwacher“ braucht man da wohl ein dickes Fell. Ich möchte diesen Job gewiss nicht machen, aber es gibt mit Sicherheit auch weitaus härtere Berufs.

„Morgens hat man vor allem Gehsteigparker“, erklärt Stefan N., und prompt steht einer mitten im Weg. Der Verkehrsüberwacher zückt sein Dienst-Smartphone mit spezieller App und notiert sich die Daten des Falschparkers, dann gehen wir weiter.
Wieso der jetzt keinen Strafzettel bekommt? „Wir warten in der Regel einige Minuten, bevor wir eine Verwarnung schreiben.“

Zehn Minuten später steht der Gehwegparker immer noch da – der Verkehrsüberwacher drückt ein paar Tasten, schon spuckt sein Minidrucker am Gürtel einen Strafzettel auf wasserfestem Thermopapier aus: 20€ Bußgeld.

Quelle: ADAC Motorwelt 10/2018

Laut dem Bericht wurden, durch die rund 40 Parkraumüberwacher Nürnbergs, im vergangenen Jahr 214.581 Verwarnungen ausgestellt. Das klingt erstmal viel. Bereits auf der ersten Seite merkt man dann aber schnell, dass hier weitaus mehr drin ist.

Es ist ja sehr schön, dass die Verkehrsüberwacher der Stadt so freundlich sind. Allerdings scheint der Arbeitgeber die beruflichen Aufgaben nicht klar definiert zu haben. Mein persönlicher Eindruck ist, dass man hier besonders nett zu Autofahrern sein will, um möglichst wenig beschimpft zu werden.

An der Beobachtung stören mich zwei grundlegende Punkte:
Erstens: Aus eigener Erfahrung zu Fuß und mit Kind ist ein solches Parkverhalten ein absolutes No-Go. Ich sehe keinen Vorteil für die Allgemeinheit ein solches Verhalten überhaupt mehrere Minuten zu tolerieren, wenn der Halter dort vermutlich schon die ganze Nacht steht.
Zweitens: In den folgenden 10 Minuten saß der Halter vermutlich noch beim Frühstück. So mußte hart durchgegriffen werden und man hat ihn mit 20€ Bußgeld gemaßregelt. Vermutlich steht der Wagen heute noch dort.

Regelmäßiges Gehweg-Parken kann der Allgemeinheit echt teuer kommen. Auf Twitter hat das mal der Benutzer @BikerPankow dokumentiert.

Wer noch mehr sehen will, der suche bitte bei Twitter nach #runtervomgehweg oder #runtervomradweg

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